US-Anleihen

US-Rentenmarkt unter Druck: Konjunktur-Power treibt Renditen nach oben

Anleihekurse geben nach robusten US-Daten nach

Hendrik Jansen

Von Hendrik Jansen

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US-Rentenmarkt unter Druck: Konjunktur-Power treibt Renditen nach oben
US-Rentenmarkt unter Druck: Konjunktur-Power treibt Renditen nach oben

Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Mittwoch spürbar nachgegeben. Marktteilnehmer reagierten mit Verkäufen auf eine Reihe robuster Wirtschaftsdaten aus den USA, die den Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve hochhalten. Der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen (T-Note-Future) verbuchte einen Rückgang um 0,14 Prozent und notierte bei 108,70 Punkten. Im Gegenzug kletterte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen auf 4,64 Prozent.

Der jüngste Renditesprung verdeutlicht die veränderte Dynamik am Rentenmarkt: „Gute Nachrichten für die Wirtschaft sind derzeit schlechte Nachrichten für den Bondmarkt“, kommentieren Händler das Geschehen in New York. Solange sich die US-Wirtschaft als widerstandsfähig erweist, schwindet der Spielraum für baldige Zinssenkungen.

US-Industrie trotzt dem Hochzinsumfeld

Auslöser der jüngsten Kursverluste waren überraschend starke Konjunkturdaten aus dem verarbeitenden Gewerbe. In den Vereinigten Staaten sind die Auftragseingänge für langlebige Güter im Juli deutlicher gestiegen als von Volkswirten im Konsens prognostiziert. Auch bereinigt um den traditionell volatilen Transportsektor verzeichneten die Aufträge einen robusten Zuwachs.

Analysten werten diese Daten als Signal für eine anhaltende konjunkturelle Stärke. Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Helaba, betonte in einem aktuellen Kommentar die Relevanz dieser Entwicklung: „In dieser Abgrenzung ist es seit dem Frühjahr 2025 zu einer Serie von Anstiegen gekommen, die darauf hinweisen, dass das Verarbeitende Gewerbe auf einen Wachstumspfad eingeschwenkt ist.“ Diese anhaltende Dynamik im Industriesektor dürfte die Zinserhöhungserwartungen der Marktteilnehmer tendenziell weiter stützen, so Umlauf weiter.

PCE-Deflator untermauert das Inflationsproblem

Neben den robusten Auftragsdaten sorgt auch die Preisentwicklung für anhaltende Sorgenfalten an den Anleihemärkten. Der von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsindikator, der PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures), stieg im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Damit verharrte die Teuerungsrate exakt auf dem Niveau des Vormonats.

Ökonomen hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem leichten Rückgang der Rate auf 3,6 Prozent gerechnet. Das Ausbleiben dieses Rückgangs verdeutlicht, wie zäh und klebrig die Inflation im US-Dienstleistungs- und Konsumsektor bleibt. Da die Fed mittelfristig eine Zielmarke von zwei Prozent anstrebt, bleibt das aktuelle Niveau von 3,7 Prozent deutlich zu hoch. Dies untermauert das Szenario, dass die Währungshüter die geldpolitischen Zügel straff halten müssen.

Das Fed-Dilemma vor Jackson Hole

Angesichts dieser Gemengelage aus stabiler Konjunktur und stagnierender Inflation gehen die meisten Experten am Markt davon aus, dass die Federal Reserve bis zum Jahresende mindestens noch eine Zinserhöhung vornehmen wird. Allerdings hat sich Fed-Chef Kevin Warsh in seinen jüngsten öffentlichen Auftritten bedeckt gehalten und klare Signale vermieden.

Umso größer ist die Spannung, die sich derzeit an den globalen Finanzmärkten aufbaut. Der Fokus der Anleger richtet sich fast ausschließlich auf das anstehende Notenbanksymposium im weltberühmten Skiort Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Am kommenden Freitag wird dort die Rede von Fed-Chef Warsh erwartet. Händler und Strategen erhoffen sich von seinen Ausführungen konkrete Hinweise darauf, wie die Notenbank den Spagat zwischen Wachstumsstützung und Inflationsbekämpfung in den kommenden Monaten meistern will.

Devisen- und Rentenmärkte in Warteposition

Die steigenden Renditen bei den US-Staatsanleihen verliehen zur Wochenmitte auch dem US-Dollar punktuell Auftrieb. Höhere Renditen machen US-Festverzinsliche für ausländische Investoren attraktiver, was in der Regel zu einer erhöhten Nachfrage nach der US-Leitwährung führt.

Für Trader am Rentenmarkt bleibt die Lage vor dem Wochenende extrem volatil. Sollte Warsh in Jackson Hole einen falkenhaften Ton anschlagen und weitere Zinsschritte in Aussicht stellen, droht dem T-Note-Future ein Durchbruch wichtiger Unterstützungslinien nach unten, was die Renditen weiter in Richtung der 5-Prozent-Marke treiben könnte. Ein überraschend taubenhafter Ton könnte hingegen eine spürbare Erholungsrallye bei den Bondkursen auslösen.

Dieser Beitrag wurde auf Basis einer Nachrichtenlage von Wallstreet Online redaktionell erstellt.

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