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Renditefaktor Resilienz: Wie die VHS Osterholz-Scharmbeck mit Männer-Yoga den Bildungsmarkt aufmischt

Nischenmärkte im Fokus

Dr. Valerie Brandes

Von Dr. Valerie Brandes

· 3 Min.

Renditefaktor Resilienz: Wie die VHS Osterholz-Scharmbeck mit Männer-Yoga den Bildungsmarkt aufmischt
Renditefaktor Resilienz: Wie die VHS Osterholz-Scharmbeck mit Männer-Yoga den Bildungsmarkt aufmischt

Humankapital im Visier: Der Markt für Stressbewältigung

In einer Wirtschaft, die zunehmend von Fachkräftemangel und mentaler Belastung geprägt ist, rückt die Gesunderhaltung des Humankapitals immer stärker in den Fokus von Unternehmen und Institutionen. Stressbedingte Ausfälle kosten die deutsche Wirtschaft jährlich Milliarden. Die Volkshochschule (VHS) Osterholz-Scharmbeck reagiert auf diesen Trend mit einer gezielten Portfoliodiversifikation: Im neuen Herbstprogramm nehmen die Verantwortlichen eine traditionell schwer erreichbare, aber volkswirtschaftlich hochrelevante Zielgruppe ins Visier – berufstätige Männer unter Dauerdruck. Mit speziellen Nischenangeboten wie Kundalini-Yoga für Männer und gezielten Kochkursen setzt die Bildungseinrichtung auf ein Segment, das im modernen Gesundheitsmarkt rasant an Bedeutung gewinnt.

Kundalini-Yoga als Stresskiller: Ein Angebot für die Leistungsträger

Das Herzstück der neuen Kampagne, vorgestellt von der stellvertretenden VHS-Leiterin Gabriele Haar und Co-Planerin Natascha Zupkovic, ist ein reiner Männerkurs im Bereich des Kundalini-Yoga. Der Markt für Yoga und Achtsamkeit boomt zwar weltweit, wird jedoch primär von weiblichen Konsumenten dominiert. Haar sieht hier enormes Nachholpotenzial. Das Angebot richtet sich an Männer, die im Berufsleben unter permanentem Leistungsdruck stehen und mit klassischen Glaubenssätzen wie "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" aufgewachsen sind.

Die physischen Folgen dieses Dauerstressmodus sind messbare Risikofaktoren: Bluthochdruck, Schilddrüsenfehlfunktionen und chronische Erschöpfung belasten nicht nur die Betroffenen, sondern mindern auch deren Arbeitskraft. Unter der Leitung von Matthias Hausotter soll der Kurs ab Mittwoch, dem 2. September, Abhilfe schaffen. Jeweils von 17:30 bis 19:00 Uhr lernen die Teilnehmer über zehn Termine hinweg dynamische Atemtechniken, Körperübungen und Meditationen. Ohne Leistungsdruck steht hier das reine Wohlbefinden im Vordergrund. Ökonomisch ist das Angebot attraktiv bepreist: 99 Euro kostet die reguläre Teilnahme, für eine exklusivere Kleingruppe werden 123 Euro fällig – eine überschaubare Investition in die eigene Leistungsfähigkeit.

Portfolio-Erweiterung: Vom geschützten Raum bis zur Atemschulung

Die Segmentierung nach Geschlechtern dient der VHS als strategisches Instrument, um Hemmschwellen abzubauen. Neben Yoga setzt das Programm daher auf ein weiteres klassisches Einstiegsformat: Den Intensivkurs "Kochen für Männer – Kochen – Essen – gute Laune", der am Mittwoch, dem 16. September, in der Küche des Lernhauses im Campus startet. Hier wird kulinarisches Handwerk mit sozialem Networking im geschützten Raum verbunden.

Für beide Geschlechter offen, aber medizinisch und wirtschaftlich nicht minder relevant, ist das Seminar zur Buteyko-Methode, das ebenfalls am 16. September beginnt. Falsche Atemmuster durch chronischen Stress führen im Alltag häufig zu massiven Leistungseinbußen – von Asthma über Schnarchen bis hin zu Panikattacken. An drei Terminen vermittelt der Kurs physiologische Grundlagen für eine gesündere Atmung und bietet damit ein hocheffizientes Werkzeug zur Selbstregulation im hektischen Arbeitsalltag.

Kultur und Soft Skills als Produktivitätsbooster

Abseits des reinen Gesundheitssektors investiert die VHS Osterholz-Scharmbeck auch in kulturelle und kommunikative Kompetenzen, die das Profil moderner Fachkräfte abrunden. Am 29. September führt eine Exkursion zu den Großsteingräbern der Wildeshauser Geest. Neben archäologischen Erkenntnissen steht hier die historische Rolle von Frauen in der Altertumskunde im Fokus – ein interessanter Aspekt für geschichtsbewusste Bildungskonsumenten.

Im kreativen Sektor bietet das "Malspiel" im Malort Meyenburg unter der Leitung von Barbara Junghans an elf Terminen Raum für stressfreien Selbstausdruck. Ein echtes "Soft-Skill-Upgrade" verspricht zudem der Kurs zur gebärdenunterstützten Kommunikation am 28. November mit Maike Sander. Innerhalb eines Tages erlernen die Teilnehmer rund 115 Gebärden der Deutschen Gebärdensprache, die mit der Lautsprache kombiniert werden können – ein wertvolles Tool für inklusive Kommunikation in modernen Unternehmen.

Die VHS Osterholz-Scharmbeck zeigt mit diesem herbstlichen Kursangebot, dass moderne Erwachsenenbildung weit mehr ist als reine Freizeitgestaltung. Sie agiert als regionaler Dienstleister für Resilienz und Kompetenzentwicklung – zwei der wichtigsten Währungen in der heutigen Arbeitswelt.

Dieser Beitrag wurde auf Basis einer Nachrichtenlage von Weser-Kurier redaktionell erstellt.

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