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Ölpreis-Schock nach Nahost-Angriffen: DAX rutscht ab, Nokia trotzt dem Trend

Drohnenangriff in Saudi-Arabien treibt Brent über 111 US-Dollar – Volatilität an den Märkten springt an

Tobias Krawczyk

Von Tobias Krawczyk

· 4 Min.

Ölpreis-Schock nach Nahost-Angriffen: DAX rutscht ab, Nokia trotzt dem Trend
Ölpreis-Schock nach Nahost-Angriffen: DAX rutscht ab, Nokia trotzt dem Trend

Geopolitischer Schock belastet die Weltmärkte

Ein dramatischer Morgen an den globalen Finanzmärkten: Die Handelsplätze färben sich tiefrot, nachdem eine geopolitische Eskalation im Nahen Osten die ohnehin nervösen Anleger in die Flucht treibt. Der DAX startete mit spürbaren Verlusten in den Handelstag und verbuchte rasch deutliche Abschläge. Auch auf europäischer Ebene zeigt sich das gleiche Bild: Der EuroStoxx 50 gerät massiv unter Verkaufsdruck.

Die Verunsicherung schwappt ungebremst über den Atlantik und nach Asien. An der Wall Street zeichnet sich für den Nachmittag ein schwacher Auftakt ab; die Futures auf den Dow Jones, den S&P 500 und den technologielastigen Nasdaq 100 notieren einheitlich im Minus. Zuvor hatte bereits die Börse in Tokio die Richtung vorgegeben: Der Nikkei 225 beendete den Handelstag mit kräftigen Abschlägen. Investoren ziehen weltweit Kapital ab und suchen Schutz in vermeintlich sicheren Häfen.

Ölpreis schießt nach Drohnenangriff nach oben

Der primäre Auslöser für das aktuelle Marktbeben liegt im Rohstoffsektor. Nach einem gezielten Drohnenangriff auf das strategisch wichtige saudi-arabische Ölfeld Schaiba sind die Ölpreise sprunghaft angestiegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich im frühen Handel auf deutlich über 111 US-Dollar je Barrel. Das betroffene Ölfeld verfügt über eine Förderkapazität von rund einer Million Barrel täglich. Auch wenn die Produktion laut ersten Berichten vorerst unbeeinträchtigt weiterläuft, reagiert der Markt mit einer massiven Risikoprämie.

Die Sorge vor einer unkontrollierten militärischen Eskalation im Persischen Golf wird durch weitere Vorfälle befeuert. Ein zeitgleicher Angriff auf den Flughafen von Dammam verschärfte die Lage dramatisch. Als direkte Reaktion haben die USA bereits den Abzug eines Teils ihres Botschaftspersonals sowie deren Familienangehörigen aus Saudi-Arabien angeordnet. Diese diplomatische Maßnahme verdeutlicht den Ernst der Lage und lässt Händler weltweit mit einer anhaltend hohen Volatilität im Energie- und Devisensektor kalkulieren.

Nokia glänzt mit starken Zahlen im Tech-Gewitter

Trotz des düsteren Gesamtmarktes gibt es an der Aktienfront vereinzelte Lichtblicke. Der finnische Netzwerkausrüster Nokia stemmt sich vehement gegen den Abwärtstrend und legt nach der Präsentation überraschend starker Quartalszahlen zu. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz um zehn Prozent auf 5,15 Milliarden Euro steigern. Noch beeindruckender fiel der bereinigte operative Gewinn aus, der um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro in die Höhe kletterte.

Als primärer Wachstumstreiber erwies sich das Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden, in dem sich die Erlöse mehr als verdoppelten. Dies unterstreicht die anhaltend hohe Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz, von der Zulieferer von Netzwerkinfrastrukturen massiv profitieren. Einziger Wermutstropfen: Höhere Belastungen aus dem laufenden Sparprogramm und leicht gekürzte Investitionen dämpften die Euphorie der Anleger ein wenig. Dennoch bleibt die Aktie am Donnerstagmorgen einer der stärksten Outperformer.

Hebelprodukte im Fokus: So positionieren sich Trader an der EUWAX

Angesichts der heftigen Kursausschläge verzeichnet der Derivate-Handelsplatz EUWAX ein extrem hohes Handelsvolumen. Trader versuchen, die dynamischen Bewegungen mit Hebelprodukten direkt zu monetarisieren. Besonders gefragt sind Hebel-Zertifikate auf den DAX. Auf der Short-Seite greifen Marktteilnehmer verstärkt zum DAX® Bear Turbo Open End (WKN: UR0J2H, Hebel 75,05), um von dem schnellen Abrutsch des Leitindex überproportional zu profitieren. Gleichzeitig nutzen antizyklische Trader den DAX® Bull (WKN: UN8ESX, Hebel 36,54), um auf eine schnelle technische Gegenreaktion zu spekulieren.

Auch im Rohstoffsegment spiegelt sich die Risikoaversion wider. Neben dem explodierenden Ölpreis rückt Silber wieder in den Fokus der Anleger. Der Silber Bull Open End (WKN: UN21RD) mit einem Hebel von 22,51 zieht hohes Volumen an, da Edelmetalle traditionell in Krisenzeiten als Absicherung gesucht werden. Bei den Einzeltiteln dominiert im US-Bereich die Spekulation auf Technologiekonzerne: Optionsscheine auf Meta (WKN: HD6Q7Y, Call) und IBM (WKN: UG8R4U, Call sowie UN6TH7, Put) zeigen, dass Anleger trotz des breiten Marktabverkaufs selektive Wetten auf die kommenden Tech-Giganten platzieren.

Wer auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends an der Nasdaq setzt, greift zudem vermehrt zum Nasdaq-100® Short Faktor-Optionsschein (WKN: UN7CL9) mit einem konstanten Faktor von 6. Die kommenden Handelsstunden dürften maßgeblich von den Eröffnungskursen an der Wall Street und neuen geopolitischen Meldungen aus der Golfregion bestimmt werden.

Dieser Beitrag wurde auf Basis einer Nachrichtenlage von Wallstreet Online redaktionell erstellt.

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