Goldpreis

Gold trotzt dem Abwärtstrend – Erdgas stürzt ab

Rohstoff-Märkte am Abend: Edelmetalle uneins, Energiepreise unter Druck

Tobias Krawczyk

Von Tobias Krawczyk

· 3 Min.

Gold trotzt dem Abwärtstrend – Erdgas stürzt ab
Gold trotzt dem Abwärtstrend – Erdgas stürzt ab

Edelmetalle im Spagat: Gold steigt weiter, Silber atmet durch

Am späten Mittwochnachmittag zeigt sich an den globalen Rohstoffbörsen ein zutiefst gespaltenes Bild. Während das gelbe Edelmetall seine historische Rallye fortsetzt, geraten die industriell geprägten Rohstoffe und allen voran der Energiesektor merklich unter Verkaufsdruck. Der Goldpreis markiert am 21. Oktober 2026 um 17:29 Uhr mit 4.137,21 US-Dollar je Feinunze ein Plus von 0,30 Prozent. Analysten verweisen auf die anhaltende Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten und eine strukturelle Flucht in die Sicherheit, die Gold trotz des starken US-Dollars stützt.

Im krassen Gegensatz dazu steht Silber: Die „kleine Schwester“ des Goldes muss Federn lassen. Mit einem Minus von 0,60 Prozent rutscht Silber auf 57,63 US-Dollar ab. Hier macht sich die Sorge um die globale Konjunktur bemerkbar, da Silber im Vergleich zu Gold einen weitaus höheren Anteil an industrieller Nachfrage besitzt. Wenn die Konjunkturmotoren in China und Europa stottern, schlägt sich das direkt im Silberpreis nieder, während Gold primär als monetärer Schutz gesucht wird.

Ölpreise geben nach: Brent und WTI im Minus

Auch der Ölmarkt kann am heutigen Handelstag keine Aufwärtsimpulse generieren. Die Nordseesorte Brent verliert moderate 0,35 Prozent und notiert bei 108,71 US-Dollar pro Barrel. Deutlich heftiger trifft es die US-Sorte WTI (West Texas Intermediate), die um 1,05 Prozent auf 97,14 US-Dollar nachgibt.

Händler berichten von einer Kombination aus steigenden US-Lagerbeständen und einer gedämpften Nachfrageerwartung seitens der großen Raffinerien. Die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar bei WTI ist damit erst einmal wieder nach unten durchbrochen worden. Solange die geopolitischen Risikoprämien im Nahen Osten nicht erneut aufflammen, scheint der Markt primär auf die fundamentalen Angebotsdaten zu schauen – und diese deuten aktuell auf eine solide Versorgungslage hin.

Erdgas im freien Fall: Der Rohstoff des Tages bricht ein

Der unbestrittene Verlierer des Tages ist jedoch das Erdgas. Mit einem herben Tagesverlust von 6,09 Prozent stürzt der Gaspreis auf 2,824 US-Dollar ab. Damit krönt sich Erdgas zum unrühmlichen „Rohstoff des Tages“ am heutigen Mittwoch.

Grund für diesen massiven Abverkauf sind vor allem die jüngsten Wetterprognosen für die kommenden Wochen. Für weite Teile der USA und Europas werden überdurchschnittlich milde Temperaturen vorhergesagt, was die Heiznachfrage drastisch dämpfen dürfte. Zudem sind die Speicherstände auf beiden Seiten des Atlantiks hervorragend gefüllt. Trader, die auf einen frühen Wintereinbruch spekuliert hatten, sehen sich nun gezwungen, ihre Positionen fluchtartig zu liquidieren. Der steile Absturz zeigt einmal mehr, wie wetterabhängig und volatil das Gasgeschäft im Herbst agiert.

Industriemetalle: Aluminium stemmt sich gegen den Trend

Ein Blick auf die Industriemetalle offenbart ein uneinheitliches Bild. Aluminium kann sich der allgemeinen Schwäche entziehen und verbucht einen Gewinn von 0,78 Prozent auf 3.006,14 US-Dollar. Hier stützen Produktionskürzungen in Asien sowie eine robuste Nachfrage aus der Luftfahrt- und Verpackungsindustrie den Kurs über der wichtigen Marke von 3.000 US-Dollar.

Ganz anders verhalten sich die klassischen Katalysatorenmetalle Platin und Palladium. Palladium verliert 1,13 Prozent und rutscht auf 1.093,50 US-Dollar ab. Auch Platin kann sich dem Abwärtssog nicht entziehen und verzeichnet ein Minus von 0,79 Prozent bei 1.639,50 US-Dollar. Beide Metalle leiden unter der anhaltenden Transformationskrise der globalen Automobilindustrie. Da die Nachfrage nach klassischen Verbrennungsmotoren stagnert und die Elektromobilität voranschreitet, fehlt es Platin und Palladium schlichtweg an langfristigen Nachfrageimpulsen.

Fazit für Anleger: Selektion ist das Gebot der Stunde

Der Handelstag untermauert eine alte Börsenweisheit: Rohstoff ist nicht gleich Rohstoff. Während makroökonomische Ängste und Absicherungsbedürfnisse den Goldpreis stützen, führt die konjunkturelle Abkühlung bei Industriemetallen und Energieträgern zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Für Anleger bedeutet dies, dass ein pauschales Rohstoff-Engagement derzeit wenig erfolgversprechend ist. Vielmehr ist eine präzise Sektorallokation gefragt, um von den extremen Divergenzen zwischen den Assetklassen zu profitieren.

Dieser Beitrag wurde auf Basis einer Nachrichtenlage von Wallstreet Online redaktionell erstellt.

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